Bauen

Wir wollen die Struktur der Gemeinde als Gartenstadt mit lockerer Bebauung erhalten. Gleichzeitig muss das Angebot an bezahlbarem Mietwohnraum modernisiert und erweitert werden. Die Gemeinde soll bei eigenen Bauvorhaben Vorbild bei den Energiestandards, den Baumaterialien und der Energieversorgung sein.

Durch die eher zurückhaltende Planungspolitik der letzten Jahrzehnte ist es in Gräfelfing trotz Stadtnähe und Bebauungsdruck gelungen, die Struktur und den Charakter der Gemeinde als Gartenstadt mit lockerer Bebauung zu bewahren. Wir setzen uns für eine konsequente Beibehaltung dieser bewährten Bodenpolitik ein und sind der Überzeugung, dass dadurch der Wunsch und der Anspruch der Bürgerinnen und Bürger auf ein hochwertiges Wohnen in Gräfelfing gegen den hohen Baudruck verteidigt und die Gemeinde vor den negativen Folgen einer übermäßigen Verdichtung (z.B. noch mehr Verkehr) geschützt werden kann. Die Bebauungspläne sollten mit einer Fahrradstellplatz-Satzung zur Errichtung ausreichender und attraktiver Stellplätze für Fahrräder bei Neu- und Umbauvorhaben ergänzt werden.

Bezahlbarer Wohnraum im Ballungsraum München

Auch in Zukunft muss in Gräfelfing ein ausreichendes Angebot an bezahlbarem Mietwohnraum vorhanden sein. Über die Gemeindebau Gräfelfing GmbH ist die Gemeinde seit über 50 Jahren der größte Anbieter von Mietwohnraum. Der vorhandene Wohnungsbestand muss auf modernem Stand erhalten und den künftigen Anforderungen (z.B. barrierefreies Wohnen, Energieeinsparung) angepasst werden. Den Ausbau des kommunalen oder genossenschaftlichen Mietwohnraumangebotes, z.B. durch die Neuerrichtung von Sozialwohnungen in der Rottenbucher Straße, unterstützen wir nachdrücklich.

Für den anstehenden Um- und Ausbau des Schulcampus in Lochham sollte geprüft werden, inwieweit der vorhandene Gebäudebestand energiegerecht saniert und integriert werden kann. Dies würde vorhandene Bausubstanz erhalten und Müll in Form von Bauschutt vermeiden helfen. Die Gebäudestruktur sollte konzeptoffen sein, damit ein Wechsel zu neuen Raumkonzepten (z.B. Lerninseln) problemlos möglich ist. Das Schulschwimmbad sollte deutlich häufiger auch für Bürgerinnen und Bürger geöffnet sein; die zusätzliche Errichtung einer Sauna ist zu prüfen. Der gesamte Schul­campus sollte in ein Nahwärmekonzept integriert werden und sich so weitgehend autark versorgen können.

Neubauvorhaben der Gemeinde sollten generell vollständig barrierefrei und im Null-Energie- oder Energie-Plus-Standard ausgeführt werden. Es sind umwelt-freundliche Baumaterialien (Holzbauweise, Thermohanf statt Polystyrol) zu verwenden. Das gemeindliche Energiespar-Förderprogramm sollte die nachträgliche und umweltfreundliche Dämmung von Bestandsgebäuden fördern.

Die Aufwertung und Umgestaltung des Jahnplatzes ist überfällig, damit Lochham ein zeitgemäßes und attraktives Versorgungszentrum erhält. Dabei ist die städtebaulich verträgliche Schaffung und Integration des für einen passenden Einzelhandelsbesatz erforderlichen Baurechts von entscheidender Bedeutung. Auch der Eichendorffplatz sollte aufgewertet werden und zwar durch einen Marktplatz im vorderen Bereich. Dabei könnte endlich die Idee umgesetzt werden, die eingelagerten Gusssäulen des Lochhamer Bahnhofs für eine kleine, offene Markthalle zu verwenden.