Nutzung Grundstück der ehemaligen Esso-Tankstelle

Der Standort – Bild aus der von CIMA Beratung + Management GmbH vorgestellten Studie

In mehreren Sitzungen haben sich zu Beginn des Jahres und jetzt erneut Mitglieder von Bündnis 90/Die Grünen und ÖDP Gedanken zu einer Nutzung des Grundstücks der ehemaligen Esso-Tankstelle gemacht. Die Stadt hatte eine Studie beauftragt, die folgende Nutzungsarten betrachtet hat:

  • Einzelhandel
  • Kino
  • Museum
  • Gastronomie
  • Wohnungen
  • Praxen/Büros

Im Bauausschuss vom 17.7. wurden die Ergebnisse der Studie vorgestellt. Eine Entscheidung wurde noch nicht getroffen, um den Fraktionen die Möglichkeit zu geben, sich eine eigene Meinung zu bilden. Das Thema wird in der Stadtratssitzung am 28.9. wieder besprochen.

Grundlage für unsere Betrachtungen ist eine Geschossgrundfläche von ca. 1.400 qm.

Museum/Praxen/Büros

Sehr schnell einigten wir uns darauf, dass ein Museum an diesem Standort nicht sinnvoll ist. Für ein Museum sehen wir einen Standort am Rathausplatz eher geeignet. Der Bedarf für Praxen und Büros wird nicht gesehen, sie sind bereits vielfältig vorhanden.

Einzelhandel

Vielfach wird von der Notwendigkeit einer Magnetfunktion eines Lebensmittel-Einzelhandelsgeschäfts gesprochen, das Käufer auch aus der Umgebung anziehen soll, um damit die Bezirksstraße attraktiver zu machen. Wir sehen dieses Angebot bereits durch die vielen großflächigen Einzelhandelsgeschäfte von Edeka bis Kaufland in Unterschleißheim gedeckt. Aus unserer Sicht besteht nur die Notwendigkeit eines qualitativ hochwertigen Lebensmittel-Nahversorgers (mit ca. 1.000 qm), der der Lohhofer Bevölkerung, insbesondere auch älteren Mitbürgerinnen und Mitbürgern, eine attraktive Einkaufsmöglichkeit bietet und fußläufig zu erreichen ist.

Kino

Das Unterschleißheimer Capitol-Kino muss sich einen neuen Standort suchen, weil der Mietvertrag Ende 2022 ausläuft und der Hausbesitzer andere Entwicklungen auf dem Grundstück plant. Der Kinobetreiber möchte zukünftig einen zweiten Kinosaal betreiben, weil er damit das Angebot noch besser gestalten kann. Damit wären dann allerdings zwei Stockwerke belegt und weitere Nutzungen kaum möglich. Einig waren wir sich Grüne und ÖDP darin, dass der Kinobetreiber mit seinem Programmkino unbedingt weiter in Unterschleißheim bleiben soll. Die Frage, ob der Platz bei der ehemaligen Esso-Tankstelle geeignet ist oder ob auch andere Standorte in Frage kommen, wurden jedoch noch ohne abschließendes Ergebnis diskutiert.

Gastronomie

Auf den verbleibenden Flächen im Erdgeschoss können wir uns durchaus ein Bistro oder einen Weltladen mit Café vorstellen. Eine größere Gaststätte können wir uns wegen der Lärmbelästigung am Abend nicht so recht vorstellen, da umliegend viele Menschen wohnen.

Wohnen

Da sich das Grundstück im städtischen Eigentum befindet, sehen wir große Möglichkeiten zur Realisierung dringend nötiger bezahlbarer Wohnungen, zum Beispiel für soziale Berufe, städtische Bedienstete oder Hilfeempfänger. Dazu ist es nötig, so hoch wie möglich zu bauen. Favorisiert werden mindestens Erdgeschoss plus drei Obergeschosse.

Neben den betrachteten Nutzungsvarianten werden von Grünen und ÖDP noch weitere zu berücksichtigende Faktoren mit der Nachnutzung gesehen.

Verkehr/Parkgarage

Wir sind der Meinung, dass zwei Ebenen für Tiefgaragenplätze geplant werden sollen. Damit werden mehr Stellplätze geschaffen als für den Bedarf nötig, der aus der künftigen Nutzung entsteht. Kunden und Besucher der Bezirksstraße sollen diese Parkmöglichkeit kostenlos nutzen können. Die verbleibenden oberirdischen Parkflächen können dann als Freiflächen umgestaltet werden. Wir legen sehr viel Wert darauf, die angrenzenden Bereiche zusammenhängend attraktiv zu gestalten.

Investor

Wir lehnen es ab, das städtische Grundstück an einen Investor höchstbietend zu verkaufen, wie es einigen Stadträten vorschwebt. Es soll unbedingt im Eigentum der Stadt bleiben, um dauerhaft Einfluss auf die Nutzung zu behalten.

Der Diskussion im Stadtrat wird mit Spannung entgegen gesehen.

Jürgen Radtke, Fraktionsvorsitzender Bündnis 90/Die Grünen und Bernd Knatz, Fraktionsvorsitzender ÖDP

 

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