Lebensmittel richtig lagern bedeutet Verschwendung vermeiden

Jedes achte Lebensmittel, das wir kaufen, werfen wir weg. Auf das Jahr hochgerechnet sind das ca. 82 kg pro Kopf, davon allein 44% an Obst und Gemüse. Zwei Drittel aller Lebensmittel, die in den Müll wandern, wären vermeidbar. Dadurch würde man auch erheblich sparen, denn umgerechnet sind das 235€ pro Kopf, die wir zum „Fenster rausschmeißen“.

Der Frage, wie wir unser Konsumverhalten ändern müssen um diese riesige Menge zu reduzieren, ist ein gemeinsames studentisches Projekt der Verbraucherzentrale NRW mit der Bergischen Universität Wuppertal nachgegangen. Ergebnis des Projektes ist ein „Lagerungs-ABC“  als nützliche Hilfe für den Alltag.

Hier ein kleiner Überblick über den Inhalt dieses Leitfadens:

Häufigster Grund für rasches Verderben von Lebensmitteln ist die falsche Lagerung. So stoßen verschiedene Lebensmittel Ethylen aus – das führt zu einer beschleunigten Reifung und früherem Verderben. Ein typisches weiteres Beispiel für falsch gelagerte Lebensmittel? Zu warm oder hell gelagerte Kartoffel – sie treiben aus und verfärben sich grün – das ist dann sogar giftig.

Prinzipiell unterscheidet man zwischen der Lagerung im Kühlschrank und einer Lagerung außerhalb.

Das folgende Bild (Quelle: Verbraucherzentrale NRW) beschreibt den typischen Lagerungszonen im Kühlschrank:

Neben der richtigen Lagerung im Kühlschrank (oben warm  bis 18 °C – unten kalt bis 2 °C) sollte man noch 5 verschiedene Plätze zur Lagerung schaffen. Dies sind:

  • Eine Brotkasten (für Semmeln und Brot – dies verhindert das Austrocknen),
  • eine dunkle Lade im Keller oder im unteren Bereich der Küche für Lebensmittel, die es kühl und dunkel lieben (z. B. Kartoffeln),
  • ein Gemüsefach – für Gemüse, das nicht in den Kühlschrank darf (z. B. Tomaten, Avocados),
  • ein Obstfach – für Obst das nicht in den Kühlschrank darf (z. B. reife Bananen) – dies kann bei Platzmangel auch mit dem Gemüsefach zusammengelegt werden,
  • Extra Fach- in dem alles Übrige verstaut wird, das nicht in den Kühlschrank soll.

Folgende Tabelle gibt für einige wichtige Obst- und Gemüsesorten Lagerungstipps

Lebensmittel Lagerung Besonderheiten
Apfel Kühl, dunkel, durchlüftet à bis zu  5 Monate lagerbar Lässt durch Ethylen andere Obst und Gemüsesorten in der Nähe nachreifen!
Auberginen Über 12 °C im Gemüsefach Nicht mit Lebensmitteln, die Ethylen ausstoßen
Bananen Im Obstfach Grüne Bananen kann man durch die Nähe von Äpfeln nachreifen lassen
Beerenobst Im Kühlschrank – im Obst- und Gemüsefach Hält in der Regel nur wenige Tage
Birnen Im Obstfach Birnen nehmen Umgebungsgerüche an; reife Birnen können noch im Kühlschrank gelagert werden
Bohnen Kühlschrank – im Obst- und Gemüsefach Blanchiert halten sie bis zu 1 Woche im Kühlschrank
Gurke Kühl und dunkel aber nicht in den Kühlschrank Im Kühlschrank werden Gurken schnell wässrig und verlieren Geschmack
Karotten Kühlschrank – im Obst- und Gemüsefach – nicht gewaschen, grün abschneiden Verpackungen entfernen, da sonst Schimmelbildung erfolgen kann
Kartoffel Im Keller oder einer dunklen Lade Grüne Stellen großzügig abschneiden und Austriebe entfernen, da giftig
Kirschen Kühlschrank in den unteren Fächern halten bis zu 2 Wochen Erst kurz vor dem Verzehr waschen, da ansonsten die Haut verletzt werden kann
Knoblauch Dunkle Lade Milch nach dem Knoblauchgenuss neutralisiert  den Geruch
Mandarinen, Orangen Heller Ort in der Küche
Radieschen Kühlschrank – im Obst- und Gemüsefach Das Grün kann als Würze für Salate und Suppen verwenden oder als Spinat verarbeiten
Salat Kühlschrank – im Obst- und Gemüsefach Mit feuchtem Tuch umwickelt hält er länger
Tomaten Dunkle Lade Zum Nachreifen kann man Tomaten hell und in Nachbarschaft von Äpfeln lagern

Diese Tabelle enthält nur einen kleinen Querschnitt aller Obst- und Gemüsesorten, die im „Lagerungs – ABC der Verbraucherzentrale NRW“ beschrieben wurden. Der komplette Inhalt kann hier als PDF nachgelesen werden.

Übrigens: Bewusster Einkaufen, z. B. geringere Mengen, hilft ebenfalls gegen Verschwendung!

Viel Spaß beim Nachlesen, Lagern und Genießen

06. Mai 2019, Franz Klug

 

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