Der Gemeinderat hat in seiner jüngsten Sitzung in einer hitzigen und kontroversen Debatte über den Standort für die Realschule entschieden.

Zuvor war Ende des vergangenen Jahres eine Grundsatzentscheidung vorausgegangen, in der sich der Gemeinderat positionieren sollte, ob in Höhenkirchen—Siegertsbrunn generell eine Realschule  zu befürworten sei.

Alle drei Grünen, und einige andere, Gemeinderäte hatten dagegen votiert. Eine Mehrheit stimmte für die Realisierung einer Realschule, so dass es nun ein klares Votum pro Schulhausneubau gibt, das wir auch im weiteren Procedere mittragen. So funktioniert Demokratie. Unsere Gründe für die Ablehnung waren damals:

  • der zu erwartende Anstieg des Verkehrsaufkommens
  • die finanzielle Belastung der Gemeinde, da das Grundstück allein von der Gemeinde zur Verfügung gestellt werden muss, auf deren Gemeindegebiet die Schule entsteht – und jeder weiß, dass es für eine Schule eine nicht unerhebliche Zahl an qm braucht – den Bau der Schule wiederum teilen sich der Landkreis München (70%) und der Schulzweckverband München-Südost (30%)
  • in der Gemeinde auch bisher bereits alle drei Schulabschlüsse – Quali, mittlerer Schulabschluss und Abitur – erreichbar sind

Seit einiger Zeit standen drei mögliche Standorte fest: Am Kirchenweg in unmittelbarer Nähe zum Gymnasium, westlich der Erich-Kästner Grund- und Mittelschule und in der Nähe des Bahnhofes Wächterhof.

Als Sitzungsvorlage hatte die Gemeindeverwaltung u.a. eine Matrix vorbereitet und bereits eine Bepunktung  der einzelnen Standorte vorgenommen. Diese wurde im Gremium hart diskutiert, da sie nicht immer objektiven Betrachtungen standhalten konnte.

Schnell kristallisierte sich eine Entscheidung gegen den Standort „Wächterhof“ heraus.

Für den Standort am Kirchenweg spräche sicherlich die Nähe zur S-Bahn, auch ein gewisser Synergieeffekt  zwischen  den beiden in Trägerschaft des Schulzweckverbandes geführten Schulen ist nicht von der Hand zu weisen. Hier wäre auch eine dreifach-Turnhalle vorgesehen gewesen, die den örtlichen Sportvereinen mehr Spielraum für Aktivitäten gelassen hätte.

Aus unserer Sicht spricht jedoch rein gar nichts dafür, in der Nähe, der jetzt bereits vom Verkehr überbelasteten Bahnhofstrasse eine weitere Schule anzusiedeln. Mit einer neuen Schule kommen mindestens 80 Lehrkräfte, die an- und abfahren, sowie eine nicht unerhebliche Anzahl von “Elterntaxis” dazu. Wer die momentane Situation am Morgen kennt, weiß, dass es bereits jetzt mehr als eng ist.

Den Verkehr in der Bahnhofstrasse werden darüber hinaus in naher Zukunft noch zwei weitere Baugebiete belasten: Auf dem Gebiet der „Kraft Baustoffe“ entsteht Wohnbebauung in nicht unerheblichem Ausmaß, zudem wird der nördliche Kirchenweg  nach und nach bebaut.

Unsere einzige Ost-West-Verbindung bleibt aber nach wie vor lediglich die Bahnhofstrasse.

Auch ein Schulcampus mit über 2.000 SchülerInnen ist, aus unserer Sicht, nicht zu befürworten.

Vorteilhaft für den Standort westlich der Erich-Kästner Schule ist, dass die Realschule zu einem nicht unerheblichen Anteil über die Umgehungsstraße erschlossen werden kann.  Ein Synergieeffekt zwischen der Grund- und Mittelschule und der Realschule  ist aus unserer Sicht nicht unerheblich, auch wenn unterschiedliche Schulträgerschaften vorliegen. Wichtig ist, dass der Wille von Seiten der Lehrkräfte besteht.

Das Argument der Anbindung an örtliche Geschäfte in Gymnasiumsnähe wiegt aus unserer Sicht auch nicht besonders schwer:  Auch die Geschäfte in der Rosenheimer Straße können gut von den Schülern profitieren. Die Geschäfte in der Bahnhofstraße sind zu den Stoßzeiten ohnehin bereits stark frequentiert.

Die fehlende Nähe zur S-Bahn hat bisher übrigens auch die Schüler der Realschule in Neubiberg nicht von einem Schulbesuch abgeschreckt und notfalls gibt es auch einen Bus der die S-Bahn mit dem neuen Realschulstandort verbindet.

Diese Überlegungen haben dazu geführt, dass die beiden Grünen Gemeinderäte Gudrun Hackl-Stoll und Peter Triebswetter für den Standort „Brunnthaler Straße” gestimmt haben. Aus unserer Sicht war klar, dass die Entscheidung für diesen Standort für den gesamten Ort eine wesentlich tragfähigere Lösung, als der Standort Kirchenweg, darstellt.

Link zu den Artikeln in der Süddeutschen Zeitung bzw. im Münchner Merkur.

 

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