Lebensfroh und weltoffen: Gelungenes Neujahrsfest der Grünen Neuried

Über hundert Bürgerinnen und Bürger folgten der Einladung der Grünen Neuried zum Neujahrsfest in der Aula der Grundschule und wurden mit Orangensaft oder Prosecco sowie musikalischen Einlagen des fantastischen Quartetts um die kubanische Sängerin Yeni Toro begrüßt. Mitglied der Band ist Michael Samay, Neurieder Künstler, Musiker und Listenkandidat der Grünen für die Gemeideratswahl.

Nach dem Sektempfang stand für eine gute Stunde die Politik im Mittelpunkt. Durch diesen abwechslungsreich gestalteten Programmblock führte das grüne Urgestein Jürgen Schmid, gekonnt und unterhaltsam.

Vorstellung der Grünen SpitzenkandidatInnen

 

Frauke
Buchholz
Die Spitzenkandidaten
der Grünen in Neuried
Dieter
Maier
Birgit
Zipfel
Werner
Schuegraf

Den Beginn machten die vier ListenführerInnen der grüne Gemeinderatsliste Frauke Buchholz (Ortsvorsitzende), Dr. Dieter Maier (energiepolitischer Sprecher der Grünen Neuried), Birgit Zipfel und Werner Schuegraf. Frauke Buchholz fand bewegende Worte, als sie über die Ankunft der ersten Flüchtlinge in Neuried genau an Weihnachten berichtete. Ein spontan gegründetes Helferinnennetz aus Neurieder Bürgerinnen und Bürgern half die einfach in einem Einfamilienhaus abgesetzten 14 Asylbewerber willkommen zu heißen und sie mit dem Nötigsten auszustatten.

Dr. Dieter Mayer zeichnete ein Bild von den Chancen, die Neuried auch wirtschaftlich hätte, wenn endlich ein Energiekonzept für Neuried erarbeitet würde, das z.B. auch einen besseren Energiestandard der geplanten Mehrzweckhalle beinhaltet.

Birgit Zipfel und Werner Schuegraf stellten die weiteren Schwerpunktthemen der Neurieder Grünen vor: Ortsmittengestaltung, Verkehrswegekonzept und als Weg dorthin echte Bürgerbeteiligung.

Dann stürmten alle 20 ListenkandidatInnen der offenen grünen Liste (auch Nichtmitglieder sind darauf vertreten) die Bühne und boten sich für den Verlauf des Abends zu Gesprächen an.

Ergebnisse der Wunschbaumaktion

 

Es folgte die Auswertung der Weihnachts-Wunschbaumaktion durch den Ortsvorsitzenden Martin Opitz. 153 Wünsche von Neurieder Bürgerinnen und Bürgern erreichten die Grünen. Mit großem Abstand (29 %) wünschen sich die Bürger die Verbesserung der Verkehrssituation für Radfahrer und Fußgänger, sowie weniger Lärm durch den Autoverkehr und bessere Busverbindungen vor allem zu den weiterführenden Schulen und am Abend. Gefolgt wird dieser Punkt von Wünschen bezüglich Freizeiteinrichtungen (11 %), hier vor allem der Wunsch nach einem Badesee, nach infrastrukturellen Verbesserungen (11 %), beispielsweise der Wunsch nach bezahlbaren Ferienprogrammen für Kinder und die Vernetzung von Schule, Hort, Mittagsbetreuung und Kindergärten sowie eine schöne zum Verweilen einladende Ortsmitte (9%).

Die Ergenisse der Auswertung im Überblick…

Die Wunschsterne überreichte Martin Opitz dann symbolisch an den Bürgermeisterkandidaten der SPD Harald Zipfel, den auch die Grünen unterstützen. „ Wir arbeiten schon jahrelang mit Harald Zipfel gut zusammen. So ist er oft als Referent für den Bereich erneuerbare Energien auf unseren Veranstaltungen aufgetreten. Bei den Solar-Bürgerbeteiligungsanlagen im Umland ist er der führende Kopf. Daher wissen wir, Harald ist kompetent, er kann zuhören und er ist ein Macher. Deshalb unterstützen wir als Grüne seine Kandidatur.“, so Martin Opitz.

Martin Opitz, stellvertretender Sprecher der Grünen Neuried und Grüner Kandidat für den Gemeinderat überreicht die Wünsche der Neurieder Bürger an den Bürgermeisterkandidaten Harald Zipfel (SPD).

 

Unterstützung der Bürgermeisterkandidatur von Harald Zipfel

 

Harald Zipfel bedankte sich für die Unterstützung und für die Übergabe der Wunschsterne. Als Bürgermeister von Neuried wünscht er sich gute inhaltliche Zusammenarbeit im Gemeinderat über die Parteigrenzen hinweg und versprach, die Wünsche der Bürger sehr ernst zu nehmen und zu schauen, welche leicht und schnell umsetzbar sind, etwa der Wunsch nach mehr Bänken im Ort für Senioren. Er werde aber auch dran bleiben bei Wünschen, die schwierig, nur langfristig umsetzbar sind oder auch noch mal überdacht und gemeinsam diskutiert werden müssten.

Vorstellung des Grünen Landratskandidaten Christoph Nadler

 

 

Christoph Nadler

 

Der Landratskandidat der Grünen Christoph Nadler berichtete von den organisatorischen Herausforderungen, denen sich das Landratsamt durch die vom Freistaat Bayern zugeteilten Flüchtlinge zu stellen hatte. Dabei wurde der Landkreis von den Gemeinden weitestgehend im Stich gelassen. Es ist jedoch nicht nur eine organisatorische, sondern in erster Linie eine politische Frage, wie wir mit den Flüchtlingen umgehen wollen. Die Grünen-Fraktion hat die Verwaltung darin unterstützt, keine Massenunterkünfte, sondern mittelgroße Einheiten zu schaffen, 12 neue Stellen im LRA genehmigt, 30.000 € für Refugio, 10.000 € für Deutschkurse, soziale Betreuung der Flüchtlinge durch Fachpersonal sowie Integration der Flüchtlinge in das Sozialticket.

Barbara Lochbihler, Mitglied des Europaparlaments:

 

Frieden ist keine Selbstverständlichkeit

  Barbara Lochbihler

Mitglied des Europaparlaments

 

 

 

Höhepunkt dieses Programmblocks war dann die Rede der grünen Europaabgeordneten und Vorsitzenden für Menschenrechte im Europaparlament Barbara Lochbihler. Sie erinnerte daran, dass das Jahr 2014 für uns in Deutschland ein ganz besonderes Jahr ist. Der erste Weltkrieg hat vor 100 Jahren begonnen, der zweite vor 75 Jahren und der Fall der Mauer ist erst 25 Jahre vorbei. „Frieden ist keine Selbstverständlichkeit“, so Lochbihler, „Wir müssen uns tagtäglich dafür einsetzen, das ist die wichtigste Aufgabe von Europa. Nie wieder soll ein Franzose, ein Engländer oder ein Deutscher sich einreden lassen, er müsse jetzt Krieg gegen den anderen führen. Wie brüchig der Frieden auch in Europa sein kann, hat der Krieg in Jugoslawien gezeigt. Viele von uns wissen aus eigener familiärer oder persönlicher Erfahrung heraus, wie schrecklich es ist fliehen zu müssen, die Heimat zu verlassen, in der Fremde zu stranden. An diese Flüchtlingserfahrung aus den beiden Weltkriegen sollten wir uns erinnern, wenn jetzt Menschen bei uns Schutz suchen.“ mahnte Lochbihler eindringlich. Gleichzeitig müssten wir alle daran arbeiten, dass Menschen nicht mehr gezwungen sind ihre Heimat zu verlassen, dass es weniger Krieg und Verfolgung gibt. Geradezu ein Skandal sei es, dass die Rüstungsexporte auch in politisch brisante Gebiete weiter ansteigen.

Ein Thema, das laut Lochbihler noch gar nicht in seiner riesigen Problematik in der Politik angekommen ist, ist das Thema Klimaflüchtlinge.“ Immer mehr Menschen müssen aufgrund des Klimawandels, weil der Wasserspiegel ansteigt, Grasland versteppt, die Wüsten wachsen, Trockenheit und Hitzewellen zunehmen aus ihrer Heimat fliehen. Mittelfristige Schätzungen gehen in die Milliarden.“, führte Lochbihler aus. Um dieses Szenario zu verhindern oder die Anzahl der Klimaflüchtlinge möglichst klein zu halten ist es kein Luxus sondern eine Notwendigkeit die Energiewende weiter voranzutreiben, die erneuerbare Energie auszubauen.

Zum Abschluss erinnerte Lochbihler an ihre Zeit als Generalsekretärin bei Amnesty International. Die Gründungsgeschichte von Amnesty ist die Verhaftung zweier Studenten, die im diktatorischen Portugal der 60er Jahre in einem Lokal auf die Freiheit anstießen. Das reichte damals für eine Inhaftierung aus. Daraus entwickelte sich eine Bewegung der Solidarität für diese und weitere vergessene Gefangene.

„Stoßen wir auch heute also an, auf die Freiheit auf die Solidarität der Völker und feiern wir den Frieden!“

Fröhlicher und weltoffener Ausklang bei kubanischer Musik

 

Dieser Spruch war die gelungene Überleitung zum inoffiziellen Teil des Abends mit viel Raum für ausführliche Gespräche und die Diskussion der Ergebnisse der Wunschbaumaktion.

Die mitreißende und hochklassige Musik des Quartett Yeni Toro sorgte schließlich für eine intensive Nutzung der Tanzfläche für den Rest des langen und trotz des ernsten Themas lebensfrohen Abends.

 

Bericht im Münchner Merkur vom 21. Januar 2014 zum Neujahrsfest der Grünen Neuried…

 

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