Energie

Es ist mehr als eine Vision: Die Vollversorgung des Energiebedarfs aus Erneuerbaren Energien ist machbar und die realistischste Option für die Zukunft.

Windenergie, Biogasanlagen und Solarparks auf einigen Äckern sind in vergleichbaren Lagen des Allgäus schon bewährte Praxis und stärken die Finanzkraft der Dörfer.

2 MW-Windrad (100 m Nabenhöhe) bei Ketterschwang (Foto ohne Nachbearbeitung!)

 

Kommunale Wertschöpfung durch Erneuerbare Energien

Studien belegen, dass die Nutzung Erneuerbarer Energien einen beträchtlichen Beitrag zur Wertschöpfung einer Kommune leisten kann. Selbst wenn eine Anlage in Sauerlach von auswärtigen Firmen errichtet wird und ebenso eine auswärtige Betreibergesellschaft hat, bleiben wenigstens 70% der Gewerbesteuer am Ort, was pro Windenergieanlage (3 MW) jährlich über 30.000 Euro in die Gemeindekasse bringt. Besser ist es natürlich, wenn z. B. eine örtliche Bürgerenergiegenossenschaft als Betreiber auftritt: so bleibt die Gewerbesteuer zu 100% am Ort, und die Gewinne der am Projekt beteiligten Bürger stärken die Finanzlage am Ort durch verbesserte Kaufkraft und ein höheres Steueraufkommen.

Wenn, wie im Fall der Sauerlach ZES, der Betrieb durch einen eigenen Geschäftsführer und Sauerlacher Firmen erfolgt, gilt das auch für deren Einkommen und Steuerzahlungen am Ort.

100 % Bedarfsdeckung aus Erneuerbaren Energien ist möglich.

Mal theoretisch: um den aktuellen Anteil Sauerlachs am Stromverbrauch in Deutschland zu erzeugen, wäre eine Fläche von rund 266 Hektar PV-Anlagen erforderlich. Das wäre sogar machbar, da die landwirtschaftliche Fläche in Sauerlach mit 1.900 Hektar deutlich größer ist. Mit 100 ha PV-Freiflächenanlagen könnte der Sauerlacher Stromverbrauch gedeckt werden, wenn man den Energieverbrauch um 60% reduziert. Dieses Einsparungsziel hat sich die Energievision des Landkreises München als Ziel gesetzt. Wenigstens 100 Hektar waren 2012 rund um Sauerlach als Maisfelder genutzt. Mais-Monokulturen sind ökologisch und ästhetisch deutlich negativer zu bewerten als PV-Freiflächenanlagen, die immer mit einer extensive Begrünung und umsäumendem Buschwerk verbunden sind.

Neben Photovoltaik stehen aber noch weitere Quellen für Ökostrom zur Verfügung. Jede Windenergieanlage (3 MW Binnenland-WEA) verringert die erforderliche PV-Fläche um 14 Hektar. Darüber hinaus sind auch Brennstoff-betriebene Stromerzeuger erforderlich, wie zum Beispiel das Biomasse Heizkraftwerk der ZES.

Wasserkraft steht in Sauerlach leider nicht zur Verfügung. Im Gegenteil: um das Wasser durch das Trinkwassernetz fließen zu lassen, verbrauchen die Pumpen im Sauerlacher und im Argeter Wasserwerk erhebliche Strommengen. Hier sind aber hoffentlich noch Einsparungen durch Effizienzsteigerung möglich.

Bei einem richtigen Energiemix ist die Versorgungssicherheit auch dann gegeben, wenn Wind und Sonne zeitweise schwächeln, und der Strompreis wird sich weitgehend am heutigen Niveau orientieren.

Energie auch an “Schlechtwetter”-Tagen: Biogas, Windrad und PV-Freiflächenanlage

Wichtig ist nur, dass die Erneuerbaren Energien nicht einfach in das verschwenderische jetzige Energiesystem einspeisen, sondern mit Energieeinsparung und intelligenter, effizienter Energienutzung einhergehen.