Naturschutz

Naturschutz ist kein Luxusproblem. Gerade die nach unserem Maßstäben “ärmsten” Gesellschaften wie z.B. indigene Völker im Amazonasgebiet haben es gelernt, im Einklang mit der Natur zu leben. Nur wer die Vielfalt der Natur erhält, kann daran teilhaben. Umweltschutz, die Energiewende und Naturschutz haben teilweise unterschiedliche Zielsetzungen. Wir arbeiten daran, hier vernünftig abzuwägen und Ausgleich zu schaffen.

Es lohnt sich, im Ort und in der Umgebung der Natur mehr Raum zu geben. Die neu gepflanzten Bäume in der Kirchstraße, weit mehr als nur Ersatzpflanzungen, sind ein erfreulicher Schritt in diese Richtung. Mehr Bäume im Ort verbessern das Mikroklima, sprich: an Hochsommertagen wird es nicht so unerträglich heiß.

Es gibt viele kleine Geländestreifen im Ort, die nicht intensiv bewirtschaftet werden müssen und daher als Standorte für selten gewordene Pflanzen dienen können. Mit den Sauerlacher Landwirten sollten Vereinbarungen getroffen werden, dass die Feldraine wieder etwas breiter werden.

Viele Bauten in Sauerlach bieten schützenswerten Tieren ein Zuhause. Auch wenn es mitunter eine Belastung darstellt, sollten solche Nistmöglichkeiten oder Ruheräume möglichst erhalten oder bewusst ausgebaut werden. Wird es 2017 wieder brütende Turmfalken in der St. Andreas Kirche geben?

Der Sauerlacher Gemeindewald liefert Brenn- und Bauholz. Es rettet aber nicht die Energiewende, wenn wir hier das Maximum herausholen. Genauso wichtig sind naturbelassene Areale mit Biotopbäumen. Ein Wald braucht 30 bis 60 m3/ha stehendes und liegendes Totholz, sonst leidet die Artenvielfalt. Artenreichtum wird nicht im Gemeindehaushalt bilanziert, ist aber eben auch: Reichtum.

Für Ausgleichsmaßnahmen bei Bauvorhaben verfügt die Gemeinde Sauerlach über Ökokonto-Flächen. Bei diesen lohnt es sich, nicht einfach landwirtschaftliche Flächen aus der Nutzung zu nehmen und mit Bäumen zu bepflanzen. Die Entsiegelung von Flächen und weitergehende ökologische Aufwertungsmaßnahmen, z.B. die Schaffung eines Biotopverbunds, kann helfen, auch diese Form des Flächenverbrauchs zu bremsen.