Ortsentwicklung

Die “Grenzen des Wachstums” sind ein grünes Thema seit dem Bericht des Club of Rome im Jahr 1972.

Es wird kein billiges Bauland mehr in Sauerlach geben. Das ist die logische Konsequenz daraus, dass ein unbegrenztes Wachstum nicht möglich ist. Wie in der Natur ist Wachstum immer damit verbunden, dass gleichzeitig Altes vergeht.

Am häufigsten frisst das Wachstum “Bauerwartungsland”, also die angrenzenden Wiesen und Felder. Gegen den Widerstand der Grünen hat eine Mehrheit im Gemeinderat dem Neubaugebiet am Lanzenhaarer Weg zugestimmt. So werden bald auch hier Neubauten das Ortsbild prägen und den Kirchturm weitgehend verschwinden lassen.

Innenverdichtung ist eine Alternative. An der Stelle eines Einfamilienhauses aus den 70ern des vorigen Jahrhunderts kann ein Doppelhaus gleich zwei Familien beherbergen, und dabei trotzdem in der Summe weniger Energie verbrauchen. Allerdings darf die Innenverdichtung nicht dazu führen, dass sämtliche Frischluftschneisen verbaut werden und markante Bäume, die bislang in größeren Gärten Platz fanden, nun Bauplätzen zum Opfer fallen.

Die Kommunalpolitik muss aber nicht nur lenken, wo gebaut wird, sondern auch was für Gebäude entstehen. Für Bauträger ist es am lukrativsten, groß geschnittene Einfamilienhäuser auf den Markt zu bringen, der Preis ist dabei häufig schon über der 1 Million Euro Grenze. Auf diese Weise würde Sauerlach nicht nur auf die Zahl von 10.000 Einwohnern anwachsen, es würden dann auch die oberen Zehntausend sein, die hier wohnen. Sauerlacher, die mit ihrem Einkommen oder ihrer Rente nicht mehr mithalten können, müssten womöglich den Ort verlassen. Das nennt man Gentrifizierung.

Zur Ortsentwicklung gehört also auch, eine größere Anzahl Wohnungen zu schaffen, die im Besitz der Gemeinde bleiben. Das schafft die Basis für ein Einheimischen-Programm für Mietwohnungen. Also ein Einheimischenprogramm, von dem nicht nur einige wenige profitieren, sondern viele und über die Jahre immer wieder andere.

Vielleicht haben wir aber auch Glück, und ein privater Investor will in Sauerlach eine Sonnenhaussiedlung bauen. Mit natürlichen Baustoffen, einer Haustechnik, deren Energieverbrauch in der Bilanz gegen Null geht und mit einer Architektur, bei der ein schön gestalteter Garten wichtiger ist als eine möglichst nahe bei der Eingangstür platzierte Garage. Das würde zum Slogan “Sauerlach – natürlich” passen.