Hitzeschutz vor Ort gestalten – Rückblick auf unser Onlineseminar

Wie können wir im Landkreis München wirksam Hitzeschutz vor Ort umsetzen? Mit dieser Frage beschäftigten wir uns am 14. Oktober bei unserem Onlineseminar „Hitzeschutz vor Ort gestalten“.

Als Referentin begrüßten wir Dr. Franziska Matthies-Wiesler vom Helmholtz Zentrum München – Deutsches Forschungszentrum für Gesundheit und Umwelt. Sie zeigte auf, welche Möglichkeiten es gibt, die Gemeinden in unserem Landkreis auf zunehmende Hitzeperioden vorzubereiten und Hitzeschutz gezielt vor Ort voranzubringen.

Im Mittelpunkt standen konkrete Handlungsmöglichkeiten auf kommunaler und Kreisebene sowie politische Ansatzpunkte, um wirksame Maßnahmen anzustoßen. Dabei ging es insbesondere darum, welche Maßnahmen Gemeinden umsetzen können, wo Gemeinde- und Kreisrät*innen sowie Vorstände und Mitglieder der Grünen politisch aktiv werden könnenund welche Werkzeuge und Informationen ihnen dafür zur Verfügung stehen.

Hitzeschutz braucht langfristige Planung

Ein zentrales Fazit des Abends war, dass wirksamer Hitzeschutz eine langfristige Planung erfordert. Um für die kommenden Sommer gut vorbereitet zu sein, sollten Kommunen bereits jetzt geeignete Maßnahmen planen und umsetzen.

Mögliche erste Ansatzpunkte wären:

  • Risiken analysieren: Zunächst sollten die örtlichen Gegebenheiten systematisch erfasst und bewertet werden. So ließ sich feststellen, an welchen Orten Hitzeschutz besonders dringend benötigt wird und welche Bevölkerungsgruppen besonders gefährdet sind.
  • Verantwortliche sensibilisieren: Schulen, Unternehmen, Ämter, Apotheken und Arztpraxen sollten für das Thema Hitzeschutz sensibilisiert werden. Die Kontaktaufnahme mit den jeweiligen Verantwortlichen könnte dazu beitragen, Schutzmaßnahmen anzustoßen, über diese Institutionen zu informieren und bestehende Angebote zu verbessern.
  • Hitzeschutz bei Bauvorhaben mitdenken: Maßnahmen zum Hitzeschutz sollten möglichst frühzeitig in bereits geplante städtebauliche Maßnahmen integriert werden. So könnten Synergien genutzt und zusätzliche Kosten vermieden werden.
  • Bürger*innen informieren und Sofortmaßnahmen anbieten: Wir können Informationen zum richtigen Verhalten bei Hitze anbieten und durch konkrete Maßnahmen wie Trinkbrunnen, Verschattungsmöglichkeiten und den Einsatz von Hitzeschutzfolien entlasten.
  • Hilfsbedürftige Menschen unterstützen: Besonders ältere, alleinlebende und gesundheitlich vorbelastete Menschen benötigten bei Hitze besondere Aufmerksamkeit. Wichtig sind sowohl eine verlässliche Versorgung als auch Informationen darüber, wie jede*r die eigene Gesundheit und die seiner Mitmenschen schützen kann.
  • Bestehende Strukturen stärken: Die Unterstützung bereits vorhandener Institutionen und Angebote, beispielsweise Nachbarschaftshilfen, Elterninitiativien oder Seniorentelefone sind unabdingbar, um die Chance zu nutzen, gemeinsam an Lösungen zu arbeiten.
  • Soziale Isolation verhindern: Gerade an heißen Tagen ist es wichtig, Menschen nicht allein zu lassen. Unterstützungsangebote und Möglichkeiten zur sozialen Teilhabe können dazu beitragen, gefährdete Personen besser zu erreichen.

Die Beispiele verdeutlichten, dass Hitzeschutz auf unterschiedlichen Ebenen ansetzen kann, um zu starten: von der kommunalen Planung über die Zusammenarbeit mit lokalen Einrichtungen bis hin zur direkten Unterstützung der Bevölkerung.

Austausch und weitere Informationen

Im Anschluss an den Vortrag nutzten die Teilnehmenden die Gelegenheit, Fragen zu stellen und sich gemeinsam darüber auszutauschen, wie Hitzeschutz vor Ort gelingen kann.

Es war ein sehr informativer Abend mit wertvollen Impulsen und einem konstruktiven Austausch darüber, wie wir unsere Gemeinden besser auf zunehmende Hitzeperioden vorbereiten und den Hitzeschutz im Landkreis München ausbauen können. Mit gutem Beispiel geht die Stadt Wien mit Ihrem Hitzeaktionsplan voran. Auch vom Wiener Hitzeratgeber können wir uns in unserem Landkreis inspirieren lassen.

Für die weitere Beschäftigung mit dem Thema haben wir folgende Informationsangebote zusammengestellt:

Die Präsentation unserer Referentin Dr. Franziska Matthies-Wiesler findet ihr zum Nachlesen unter folgendem Link in unserer Grünen Wolke.

 

 

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