Die Ukraine ist weltweit einer der wichtigsten Exporteur für Getreide und Sonnenblumen-Produkte. Aufgrund des Krieges Russlands in der Ukraine explodiert der Weizenpreis bereits am Weltmarkt, Sonnenblumenöl wird teilweise rationiert. Ist das der Beginn einer Ernährungskrise? Zwingt uns der Krieg, Klimaschutz und Artenschutz aufzuschieben? Martin Häusling, Agrarexperten der grünen Europagruppe MdEP, hat auf unserer Kreisversammlung klargestellt: Trotz des Krieg gibt es genügend Nahrungsmittel, um die Welt zu ernähren. Die weltweite Ernährungsunsicherheit ist keine Frage des Mangels, sondern der falschen Verteilung.
In seinem Vortrag legte er da, dass der hohe Weizenpreis vor allem für ärmere Länder wie Jemen, Sudan oder Ägypten verheerende Folgen haben kann – etwa Hungersnöte und Aufstände auslösen kann. Dass die EU nun einspringen müsse, sei keine Frage, nur über das „Wie“ sei man sich uneins, vor allem in Brüssel.
Bäuerinnen und Bauern in der EU sollen nach Ansicht der EU-Kommission nun im Angesicht des Kriegs für Umweltschutz vorgesehene Ackerflächen nutzen, um dort Nahrungs- und Futtermittel anzubauen. Bundesagrarminister Cem Özdemir hat dies für Deutschland bereits abgelehnt und angekündigt, dass Landwirte in diesem Jahr nur ausnahmsweise auf ökologischen Vorrangflächen nur Futterpflanzen anbauen dürfen. Laut Häusling sind die zu erwartenden zusätzlichen Erträge im globalen Zusammenhang aber auch viel zu gering, um diese Aufweichung des Green Deals zu rechtfertigen. Vielmehr müsse man sich endlich die Frage stellen, wie Europa mit seinen Ressourcen am effektivsten umgeht. In der aktuellen Krise müssten seiner Meinung nach in der EU weniger Flächen für die Futter- und mehr für die Lebensmittelproduktion genutzt werden. Eines dürfe nicht passieren: Dass Tiere in der EU gemästet werden, während Menschen in Afrika hungern müssen.
In der anschließenden Diskussion waren sich alle Teilnehmer*innen einig, dass die aktuelle Debatte über Versorgungsengpässe nicht dazu führen darf, Klimaschutzmaßnahmen auszuhebeln. Krisen gegeneinander auszuspielen hat noch nie zu deren Lösung beigetragen.
Vielen Dank an Martin Häusling, für die angeregte Diskussion und das große Interesse der Landkreis-Grünen!
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