Die Preise nach der Tarifreform

Ab 15. Dezember 2019 wird sich vieles zum Positiven verändern. Zumindest was die Preise betrifft. Große Gewinner sind die Vielfahrer.

Erste Veränderung

Aus 16 Ringen, vier Zonen und drei Räumen werden nun einheitlich für fast alle Tickets sieben konzentrische Tarifzonen mit der Zone M im Zentrum.

Für die Gemeinde Aying heißt das konkret:

Dürrnhaar neu: Zone 1/2 alt: Zone 7/8
Aying neu: Zone 2/3 alt: Zone 8/9
Peiß neu: Zone 2/3 alt: Zone 9
Großhelfendorf neu: Zone 2/3 alt: Zone 9/10

Je nachdem, in welche Richtung die Fahrt geht, wird stets der günstigere Tarif berechnet. Beispiel: von Dürrnhaar Richtung München gilt der Tarif 1, von Dürrnhaar Richtung Kreuzstraße der Tarif 2.

Peiß und Großhelfendorf haben nun endlich den gleichen Tarif wie Aying!

Zweite Veränderung

Es wird den XXL-Tarif nicht mehr geben und die Isarcard60 wird durch die Isarcard65 ersetzt. Letzteres bedeutet einerseits: im Alter fünf Jahre länger warten, andererseits kann die Isarcard65 schon vor neun Uhr genutzt werden. Wer noch keine 65 Jahre alt aber bereits die Isarcard60 abonniert hat, wird auch weiterhin in den Genuss dieses vergleichsweise preiswerten Tickets kommen.

Ein Tipp für die unter 65-jährigen: wer noch vor Anfang Dezember die Isarcard60 abonniert, darf diese bis zum 65. Geburtstag weiter nutzen. Für diese Verlängerungsfälle gilt auch weiterhin die 9-Uhr-Beschränkung. Nach dem 65. Geburtstag wird die IsarCard60 automatisch zur IsarCard65.

Neu ist auch die IsarcardS: ein Sozialticket.

Vor allem Vielfahrer*innen und ganz speziell diejenigen, die ein Jahresticket besitzen, werden von der Tarifreform begünstigt, ja belohnt.

Dritte Veränderung

Das Landratsamt macht eine Art Flatrate möglich. D. h. ab kommendem Jahr wird der Landkreis denjenigen mit MVV-Jahresabo über den Geltungsbe­reich Zone M+1 (z. B. Dürrnhaar) oder Zone M+ 2 (z. B. Aying, Peiß, Großhelfendorf) den Differenzbetrag zum Zone M–Ticket nachträglich erstatten.

Vier Beispiele – jeweils nach München:

IsarcardAbo wird für Aying/Peiß/Großhelfendorf nach der Tarifreform  im Jahresabo 1077 € kosten. M-Zone würde 522 € kosten. Rückerstattet werden 555 €.

IsarcardAbo wird für Dürrnhaar nach der Tarifreform  im Jahresabo 843 € und die M-Zone wird 522 € kosten. Rückerstattet werden 321 €.

IsarCard 9 Uhr Abo für Aying/Peiß/Großhelfendorf: nach der Tarifreform im Jahresabo 683 €, M-Zone 483 €. D. h. 200 € werden rückerstattet.

IsarCard65 wird für Aying/Peiß/Großhelfendorf im Jahresabo 588 € kosten, die M-Zone 438 €, d. h. rückerstattet werden 150 €.

Der finanzielle Ausgleich ist zunächst auf die Jahre 2020 und 2021 beschränkt. Dann soll der nächste Schritt der Reform in Kraft treten. Um in den Genuss der Kostener­stattung zu kommen, müssen folgende Voraussetzungen erfüllt sein:

– Erstwohnsitz im Landkreis München,

– MVV-Jahresabo der Geltungsbereiche M+1 oder M+2

– IsarCard, IsarCard 9 Uhr, IsarCard 65, IsarCardJob oder Ausbildungstarif I bzw. II.

Der Differenzbetrag wird jeweils jährlich im Nachhinein ausbezahlt. Die Kostenerstattung muss bei der Gemeinde beantragt werden. Vorzulegen ist die Abo-Jahresbescheinigung. Die genaue Prozedur steht derzeit aber noch nicht fest.

Mit dem Zuschuss auf die Jahreskarte soll ein Anreiz für die Bürger*innen geschaffen werden, sich dauerhaft für einen Umstieg auf den Öffentlichen Personennahverkehr zu entscheiden.

Einige Preisbeispiele

jeweils nach München,

Dürrnhaar auch z. B. bis Gauting und Fröttmanning,

Aying/P./Gh. z. B. bis Garching Forschungsreaktor und Starnberg

  Dürrnhaar Aying/Peiß/Großhelfendorf
Einzelfahrt 5,– 6,60
Tageskarte Single 8,90 9,50
Tageskarte Gruppe 16,10 16,90
Wochenkarte 35,10 27,50
Isarcard Monatskarte 88,90 113,40
IsarcardAbo (jährl.) 1.077,00  ( 522,–) 843,–   (522,–)
Isarcard 9 Uhr (mtl. Zahlung) 66,90 71,90
Isarcard 9 Uhr (jährl. Zlg) 633,–   (483,–) 681,–   (483,–)
Isarcard65 (mtl. Zahlung) 58,90 61,90
Isarcard65 (jährl. Zahlung) 558,–  (438,–) 588,– (438,–)
Ausbildungstarif I Monat 62,20 79,40
Ausbildungstarif II Monat 66,70 85,10
IsarcardS Monat 34,30 38,40

(Irrtum vorbehalten)

Fazit

Das Kämpfen darum, dass die Tarifreform nicht in den ersten Runden akzeptiert wurde, hat sich gelohnt. Vieles ist besser geworden, die Tageskarte für die Ayinger*innen wird allerdings -,60 € teurer, da es XXL nicht mehr geben wird. Vielfahrer*innen haben deutliche Vorteile, so dass ein Umsteigen vom Auto auf die S-Bahn endlich attraktiv wird.

Trotzdem sollten wir nicht vergessen: was den Takt anbetrifft, dürfen wir nicht auf der Strecke bleiben. Deswegen besteht weiterhin unsere  Forderung nach dem zweigleisigen Ausbau zwischen Giesing und Kreuzstraße. Erst bei einem ganztägigen 20-Minuten-Takt wird S-Bahn-Fahren wirklich attraktiv. Denn das Angebot bestimmt die Nachfrage – und nicht umgekehrt!

Großhelfendorf, 07. Oktober 2019 Nortrud Semmler-Otranto

 

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