Der globale Erdüberlastungstag (“Earth Overshoot Day”)  rutscht jedes Jahr ein Stück nach vorne.

Dieses Jahr fiel der Tag, an dem – rein rechnerisch – die Ressourcen, die die Erde bereit hält, verbraucht sind, auf den 29. Juli. Damit haben wir unseren Ökosystemen bereits nach sieben Monaten mehr Holz, Pflanzen, Futtermittel, Fisch und Nahrungsmittel entnommen als in unseren Fischgründen, Wald-, Weide- und Ackerflächen jährlich generiert werden können. Wir haben auch schon mehr Treibhausgase emittiert als zuträglich sind.

Und deswegen wäre es am besten, wenn die Menschheit die restlichen fünf Monate im Sinne der Nachhaltigkeit in einen Winterschlaf fallen würde: nichts mehr konsumieren und vor allem sich nicht mehr fortbewegen. Tun wir das nicht, dann leben wir bis Ende des Jahres auf Pump. Man kann auch sagen: wir nehmen Kredite auf, für die dann Kinder und Enkelkinder zur Kasse gebeten werden: nun zahlt mal gefälligst für den exzessiven Lebensstil von Mama, Papa, Onkel, Tante, Oma, Opa!

Plakat zur Bundestagswahl 1983 (Quelle)

Die Rede war bisher vom globalen Erdüberlastungstag. Aber es kommt noch schlimmer: der deutsche Erdüberlastungstag 2019 war bereits am 3. Mai. Wäre der weltweite Ressourcenverbrauch so groß wie bei uns, dann bräuchten wir drei Erden. Jawohl: drei Erden! Wir Deutschen leben also bereits ab Anfang Mai auf Kosten kommender Generationen und der Menschen in den sogenannten Entwicklungsländern. Letztere verbrauchen deutlich weniger, sind aber stärker von den ökologischen Folgen betroffen.  A propos „Entwicklungs“-Länder: Kenia, Tansania und Botswana haben bereits Plastiktüten verbannt.  Touristen, die in Botswana mit einer Plastiktüte erwischt werden, müssen bis zu 500 $ Strafe zahlen. Und Vanuatu, ein kleiner Staat im Südpazifik, hat 2019 Einwegwindeln verboten.

„Jede große Reise beginnt mit dem ersten Schritt“ – so ein chinesisches  Sprichwort. Packen wir’s also an, indem wir etwas tun aber vor allem sehr vieles lassen. Wir haben einen weiten Weg vor uns!

16. August 2019, Nortrud Semmler-Otranto, Großhelfendorf

 

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