Bayern hat ab heute ein besseres Natur- und Artenschutzgesetz!

Das freut die Bienen (und die 42 % der wild lebenden Tiere, die bereits auf der roten Liste stehen, d. h. vom Aussterben bedroht sind). Und das freut die Ayinger Bevölkerung, die zu Jahresbeginn das Volksbegehren unterstützt hat: 25 % der Wahlberechtigten (bayernweit 18,7 %) haben unterschrieben. Das zeigt, dass sich bei uns überdurchschnittlich viele Menschen Gedanken um unsere Umwelt machen.

 

Im Bayerischen Landtag stimmte die überwältigende Mehrheit der Parlamentarier, nämlich 167, mit Ja, 25 mit Nein, fünf enthielten sich. Nein-Stimmen und Enthaltungen rühren daher, dass das Gesetz „Artenvielfalt und Naturschönheit in Bayern – Rettet die Bienen“, wie das Volksbegehren offiziell hieß, nicht für alle Landwirte ein Grund zur Freude war. Deswegen besteht der Bayerische Bauernverband auch darauf, dass 2020 die neuen Regeln durch den Landtag noch einmal auf ihre praktische Umsetzbarkeit hin überprüft werden.

Ziel des Gesetzes ist, die Landwirtschaft ökologischer zu machen. Der Einsatz von Pestiziden soll halbiert werden und es soll in zehn Jahren 30 % mehr Öko-Landbau geben. Festgelegt ist auch, dass es, so  wie bereits in den anderen Bundesländern, besser geschützte Ufer-Randstreifen gibt, außerdem einen  Biotopverbund aus blühenden Wiesen. Um den Bauern, nicht zuletzt bei der Kartierung der Biotopverbünde, die im Gesetzentwurf nur 13 % aber im Gesetz 15 % umfassen, unter die Arme zu greifen, sind außerdem 76 Maßnahmen und 100 neue Stellen vorgesehen und der Nachtragshaushalt wird mit mindestens 50 Mio. € dotiert.

 

Wie sagte noch Ministerpräsident Söder kurz vor der Abstimmung im Landtag: “Wer möchte, dass Bayern so schön bleibt, wie es ist, der muss etwas ändern. Wer nichts tut, wird sehen, dass nichts so bleibt wie es ist.“ Genau! So sehen wir Grüne das schon lange!

Und so wird Aying schon seit dem Volksbegehren kontinuierlich grüner und bunter! Bei den Blühstreifen um die Felder haben wir erfreulicherweise schon jetzt die Nase weit vorne (vielen Dank an die Landwirte!) – eine farbenfrohe Freude für Mensch, Biene, Schmetterling und ganz viele Insekten.

Und was die im Gesetz verankerte Steigerung des Öko-Landbaus auf 30 % angeht: hier werden wir Grüne uns dafür einsetzen, dass in der Gemeinde entsprechende Vermarktungsstrukturen geschaffen werden. Auch kann jede und jeder von uns etwas tun, um den Absatz für die zukünftig mehr erzeugten Bio-Produkte zu steigern: nämlich aus kontrolliert biologischem Anbau kaufen! Damit unterstützen wir die anvisierten Veränderungen und wir helfen den Bauern. Der aktualisierte Einkaufsführer, den die Initiative 29++ demnächst in der Gemeinde verteilen wird, weist Betriebe, die schon jetzt ökologisch produzieren, deswegen auch gesondert aus.

17. Juli 2019, Nortrud Semmler-Otranto

 

 

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