Jährlich erinnert der Tag des Flüchtlings, heuer am 27.09.2019, daran, dass auf der Welt Millionen Menschen aufgrund von Krieg, Klimawandel und Armut ihre Heimat verlassen müssen.

Auch  auf der Flucht werden viele misshandelt, gefoltert und sogar ermordet. Die Zielländer, viele davon inEuropa, reagieren zunehmend mit massiven Abwehrmassnahmen, schüren Ängste und versuchen, dem Thema seinen zentralen Aspekt zu entziehen: dass es sich hier um Menschen wie Dich, mich, unsere Eltern, Kinder, wie uns alle handelt. Nur so lässt sich erklären, dass die Folter auf dem Fluchtweg durch Afrika , in libyschen Lagern und das Ertrinken im Meer trotzdem dazu führen, dass der afrikanische Grenzschutz und die sogenannte libysche Küstenwache von Europa mit Geld und Waffen versorgt werden.
Hierfür trägt auch jede Europäerin und jeder Europäer eine nicht nur moralische sondern ganz konkrete Verantwortung, indem Politikerinnen, Politiker und Parteien gewählt werden, die eine solche Politik möglich machen.

Am Tag des Flüchtlings gibt es die Gelegenheit, sich selbst mit diesen Tatsachen auseinander zu setzen und das eigene Tun zu reflektieren.

Der Tag dient aber auch dazu, zu verdeutlichen, was in Deutschland seit dem Jahr 2015, dem Jahr der sogenannten Flüchtlingskrise (warum eigentlich Krise?), alles erreicht wurde, trotz allerlei Hassreden und Gesetzesverschärfungen. In Aying leben seither 50 Flüchtlinge in einem Haus am Bahnhof, das die Gemeinde weitsichtig unter Zuhilfenahme von Fördergeldern des Bundes errichtet hat. Sie lernen deutsch, arbeiten, haben Kinder, die in Kindergarten und Schule gehen. Sie alle wachsen allmählich in unsere Gesellschaft hinein und haben unser Ortsbild auch sichtbar verändert und bereichert. Bürgerinnen und Bürger haben sie von Beginn an unterstützt. Im Vordergrund steht leider mehr als es Sinn macht der Kampf mit Behörden und Papieren bei der Beantragung von Leistungen und Ähnlichem, bei dem selbst erfahrene deutsche Helferinnen und Helfer manchmal verzweifeln und den Eindruck gewinnen, es gehe bei der Integration doch eher um Integrationsverweigerung.


Grüne Politik hat sich hier dankenswerterweise schon immer klar positioniert. Integration ist ein Prozess auf Augenhöhe, der von Zugewanderten und Aufnahmegesellschaft Offenheit und Bereitschaft zu aktiver Gestaltung verlangt. Die Ergebnisse in den Städten und Gemeinden wie Aying, in denen Flüchtlinge leben, zeigen, dass Integration dann funktioniert und uns alle bereichert.

Aying, 27. September 2019, Florian Fritz

 

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