Am 10.Dezember 1948 wurde die „Allgemeine Erklärung der Menschenrechte“ von den Mitgliedsstaaten der Vereinten Nationen verabschiedet. Sie umfasst 30 Artikel, in denen die Rechte eines jeden Menschen festgelegt sind. Diese Grundsätze haben längst Eingang in nationale Verfassungen gefunden und dienen als Basis für Freiheit, Gerechtigkeit und Demokratie. Und doch :
Diesen 70. Geburtstag am Abend des 10.12. 2018 gewissenhaft zu feiern, erscheint wichtiger denn je! Denn noch immer werden diese grundehrlichen und humanen Konventionen keineswegs überall umgesetzt sondern sogar oft mit Füßen getreten. Sei es von Regierungen oder einzelnen Personen.

In China steht die Verbesserung des allgemeinen Wohlstandes vor den Freiheitsrechten Einzelner.
In Syrien finden weiterhin furchtbare Kriegsverbrechen und grobe Menschenrechtsverstöße statt.
In Saudi Arabien und in der Türkei werden Oppositionelle drastisch verfolgt und inhaftiert.
In Ungarn ist das Recht auf Religionsfreiheit eingeschränkt.
Und in Deutschland?
Wie der Tagesspiegel gerade mitteilte, werden auch hier schutzlose Arbeitsmigranten skrupellos ausgebeutet.
Gewinnorientierte Unternehmen profitieren nach wie vor von den Vorteilen des Lohndumpings im Ausland und bereichern sich an den ärmsten der Armen.
Etliche Bürgerinnen und Bürger verweigern sich einer weiteren Öffnung zur freien Ausübung der Religion und demonstrieren gegen ( das schlimmste Unwort ) „ Wirtschaftsflüchtlinge“ , die uns angeblich Arbeit und finanzielle Ressourcen wegnehmen würden. Auf rechten Demonstrationen verweigern sie diesen Menschen, die das Pech hatten, nicht im reichen Westeuropa geboren worden zu sein, das Recht auf einen Neuanfang in einem demokratischen Umfeld. Stattdessen verbreiten sie Angst und Schrecken mit falschen Behauptungen.
Und unser Bildungssystem?  Das ist weit von Gleichberechtigung entfernt. Können Eltern eine intensive Hausaufgaben- Lern-Betreuung für ihre Kindern nicht leisten, haben diese laut OECD viel weniger Chancen auf einen höheren Bildungsweg.

Nach wie vor werden Straftaten mit fremdenfeindlichem Hintergrund begangen- laut Bundeskriminalamt 6400 im Jahr 2017. ( ein aktuelles Beispiel war die mutwillige Zerstörung der von Schülern gestalteten Menschenrechtsbänke in Murnau
im Oktober ).

Es gibt viele Menschen, denen unsere gesellschaftlichen Grundwerte zu wenig bedeuten.
Gemeinsam müssen wir uns gegen sie stellen und falsche Parolen mit guten Argumenten übertrumpfen.

Unverzichtbar ist es deshalb offenherzig und mutig Überzeugungsarbeit zu leisten, sei es durch Demonstrationen gegen Rechts, durch Projekte an Schulen oder in Gemeinden oder schlicht durch gute Recherche, stetes Hinterfragen und hartnäckig aber besonnene Gespräche.

Dankbar dürfen wir sein, dass dies in Aying praktiziert wird. In unserer Gemeinde setzen sich Schule , Kindergärten und Krippen, die Gemeinde, der Helferkreis, die Parteien, die Caritas Süd-ost sowie viele viele einzelne engagierte Bürgerinnen und Bürger tagtäglich für ein gutes harmonisches und gleichberechtigtes Miteinander in den Ortsteilen ein. Zudem ist es möglich, sich immer wieder auszutauschen, zu diskutieren , sich Gehör zu verschaffen – sei es bei Treffen der Ortsverbände, während der Gemeinderatssitzungen und Bürgerversammlungen und bei sämtlichen in Aying angebotenen Veranstaltungen.

Lasst uns weiterhin aufeinander achten, füreinander da sein und immerzu unermüdlich die Menschenrechtskonventionen verteidigen!

Herzliche Grüße zur Adventzeit.

10. Dezember 2018, Franziska Rehm

 

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