Rückblick auf eine wunderschöne

Blickpunkte-Radltour 2019

Bei strahlender Frühherbststimmung trafen sich 25 Radfahrerinnen und Radfahrer aller Altersgruppen aus der Gemeinde Aying und aus angrenzenden Gemeinden am S-Bahnhof in Dürrnhaar mit Christine Squarra, unserer Grünen BGM-Kandidatin und dem Grünen Landtagsabgeordneten Dr. Markus Büchler. Christine sollte den Teilnehmenden an mehreren Stationen der Radltour ihre Visionen und Zukunftspläne vorstellen, die sie in ihrer angestrebten Rolle als Bürgermeisterin der Gemeinde Aying umsetzen will.

Zuerst gings hinüber zum Blickpunkt 1/ Geothermie in Dürrnhaar.

Wer kennt überhaupt das Ungetüm, etwas abseits der Staatsstraße, aber ganz nah bei Dürrnhaar? Nur ein paar Eingeweihten war klar, dass es – neben Sauerlach – das größte Werk dieser Art im Landkreis ist.

Freilich mussten wir erst mal als lange Radlschlange die Staatsstraße überqueren und da es im Ort leider keine Ampel gibt, stoppte jeweils ein Erwachsener die herankommenden Autos beider Fahrtrichtungen so, dass wir sicher hinüber gelangen konnten, was unsere jüngsten Radlfans zu der begeisterten Aussage veranlasste:“wir haben einen richtigen Stau gemacht!“

Spannend waren Christines technischen Erläuterungen  zur  Geothermie und ihre Überlegungen, wie deren Wärmeabgabe noch effizienter für die Gemeinde nutzbar gemacht werden könnte.

Weiter gings zum Blickpunkt 2/ Donau-Sylphie, dem rund ein Hektar großen, gelb blühenden Feld in der Nähe des Ayinger Biersees. Dort erwartete uns der Besitzer, Florian Steinmüller, der uns sehr eindrucksvoll die besonderen Qualitäten dieser Pflanze vorstellte: Für die Energiegewinnung ist sie eine sinnvolle, attraktive Alternative zum Mais. Jedoch im Gegensatz zu diesem ist eine ihrer vielfältigen Eigenschaften, dass sie 15 Jahre lang immer wieder geerntet werden kann, nachdem sie einmal zur Blüte gebracht wurde! Lange ist die Reihe ihrer Vorzüge, ganz abgesehen davon, dass sie über drei Monate in voller, üppig-gelber Blüte steht, Millionen von Insekten, Bienen und zahllosen Vögeln Nahrung und Schutz bietet.

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Durch die Schilderungen Herrn Steinmüllers, der sich als echter „Sylphie-Pionier“ in Oberbayern outete und der viele Fragen von Kindern und Erwachsenen kompetent beantwortete, radelten wir beflügelt zum…

Blickpunkt 3/Ayinger Ortszentrum, wo wir durch Christines Hinweise realisierten, dass dieser Platz  nicht sonderlich charmant ist: Am Rathausplatz ist der ganze Grund versiegelt (mit Ausnahme der Grasfläche in Richtung zum Feuerwehrhaus)  und es stehen hauptsächlich geparkte Autos herum. Als Lebens- und Aufenthaltsort für Angehörige unserer Gemeinde bietet er sich wirklich nicht an und wir bemerkten mal wieder, dass Fußgänger und Fußgängerinnen, Familien mit Kindern oder alte Menschen wenig Raum zur Verfügung steht, wenn sie nicht gerade ins Gasthaus oder zum Fußballplatz gehen wollen.

Christine entwickelte einige Zukunftsvisionen, die vor unserem geistigen Auge eine kleine, kreative Fußgängerzone mit Möglichkeiten einen Kaffee zu trinken oder die Bilder einer Ausstellung zu betrachten, hervor rief….

Weiter ging’s zum Blickpunkt 4/  nach Großhelfendorf, Ortseingang an der Forststraße. Hier entsteht derzeit ein neuer Geh- und Radweg. Wir besichtigten die Stelle, an der vom Radweg auf die Kreisstraße geleitet wird und Fußgänger über eine Straßen-Insel queren können. Diese hat zusätzlich einen verkehrsberuhigenden Effekt. Seit Jahren wird von den Siedlungsanwohnern erfolglos eine überhöhte Verkehrsgeschwindigkeit bei den Ortsein- und Ausfahrten an die zuständigen Verwaltungsstellen gemeldet. Was als Standard in dem von unserem Grünen Ortsverband eingereichten Antrag „Neues Konzept für Geh- und Radwegebau in Aying“ gefordert wird, kann jetzt in der Forststraße bereits heute umgesetzt werden: Das Landratsamt hat den verbindenden Gehweg auf bestehendem Straßengrund geplant und damit zusätzlichen Flächenverbrauch, private Grundabtretung und optische Ausweitung der Straßenbreite vermieden. Ein Novum im Landkreis München, wie Markus Büchler, unser Verkehrsexperte bemerkte. In der angeregten Diskussion entstanden noch einige weitere Ideen, wie eine sinnvolle Verkehrsberuhigung erreicht werden kann. Z. B. würden diese an der Querungsinsel gepflanzte Bäume unterstützen, um dem einfahrenden Verkehr zu signalisieren, daß hier lebenswerter Wohnraum beginnt und ein rücksichtsvoller Umgang mit Anwohnern und Verkehrsteilnehmern gilt.

Zum inhaltlichen Abschluss unserer Tour begaben wir uns Blickpunkt 4/Ortszentrum von GHD, wo Christine auch hier eindrucksvoll erläuterte, dass es wichtig ist, bei der geplanten Umgestaltung der dortigen Ortsmitte auch bereits jetzt die Verkehrssituation mit zu berücksichtigen im Sinne des Prinzips von „shared space“: Lebens- und Bewegungsraum der ansässigen Bevölkerung und Durchgangsverkehr müssen so miteinander in Einklang gebracht werden, dass Familien mit Kindern,  alte Menschen mit und ohne Behinderungen,  Fußgänger*innen und Radfahrer*innen sich gefahrlos und geschützt bewegen können!

Aber es soll auch etwas Schönes zu sehen geben, betonte Simon (9 Jahre alt) wie z.B. eine tolle Steinskulptur vom Künstler TOBEL, der im Mangfalltal einen Waldpark angelegt hat. Überhaupt meinte er, dass wir Erwachsenen auch mehr auf die Bedürfnisse und Ideen der Kinder hören sollten! Simon, danke für Deine Beiträge! Ich will mich an Dich erinnern!

Danach war es inzwischen richtig heiß geworden, dass  wir uns schleunigst auf den Weg zum Blickpunkt 5/letzten Station begaben: dem schönen Biergarten unter schattenspendenden Bäumen und Sonnenschirmen beim Oswald in Kleinhelfendorf.

Indressant und schee wars!

Du, aber liebe Christine, wirst als Bürgermeisterin viele spannende, aber auch lohnende Blickpunkte-Baustellen zu bearbeiten haben....Deshalb wünschen wir Dir alle zusammen viel Kraft und Glück auf Deinem Weg!

Aying, 24. September 2019, Ragnhild Eßwein-Koppen

 

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