Wir hatten Glück: das Wetter für die diesjährige Grüne Radltour war uns mal wieder gut gesonnen, denn bei strahlendem Sonnenschein – na ja, bisschen kühl war es schon – konnten wir am Sonntag, den 19.09. pünktlich um 10 Uhr am Ayinger Kindergarten „Am Weiher“ starten!

15 interessierte Menschen hatten sich dort versammelt, um an der Klimaschutzradltour teilzunehmen. Weitere drei Personen stießen dann noch an der Kreuzung in Kaltenbrunn hinzu. Und so waren wir eine bunte Mischung von jungen und älteren Menschen, die kräftig in die Pedale traten, um die angekündigten Stationen im Kupferbachtal und später in Glonn zu erreichen.

Natürlich mussten wir erst einmal zwei ordentliche „Buckel“ überwinden, die dann unten im Kupferbachachtal von unserem jüngsten Teilnehmer, dem ….-jährigen Simon, fachkundig als Endmoränen definiert wurden.
Das war wichtig, denn bei unserer ersten kurzen Station, unterhalb von Spielberg liegt ein riesiger Findling, der aussieht wie ein Mammut.


Damit hatten wir gleich ein eindrucksvolles Zeugnis der unglaublichen Kräfte vor Augen, die während und nach der letzten Eiszeit (Würmeiszeit) hier in unserer Landschaft zugange waren!
Ragnhild erläuterte ausführlich, welche Spuren die letzte Eiszeit in unserer Umgebung hinterlassen hat. Wir erfuhren, dass das Kupferbachtal ,kaum zu glauben, durch den Lauf der Leitzach geformt wurde, die ursprünglich nach Nordosten floss.
Auch die zahllosen, klaren Quellen, die ständig üppig Wasser spenden und die wir hier bewundern können, entstanden durch diese enormen Prozesse der Erde.

Dieses Kleinod von landschaftlicher Schönheit birgt auch noch manch andere Schätze, wie z.B. das bayerische Löffelkraut, das hier – an einem der ganz wenigen Plätze in Bayern – noch wächst.

Aber auch hilfreiche, technische Einrichtungen sind hier auf Ayinger Gemeindegebiet zu bewundern, wie z.B. zwei kleine Wasserpumpwerke, die in früheren Zeiten Großhelfendorf und Trautshofen mit gesundem Quellwasser versorgt haben.
Inzwischen ist das Großhelfendorfer Wasserwerk umgebaut zu einem kleinen Elektrizitätswerk, das 1 KW/pro Stunde erzeugt.

Sodann verließen wir das Ayinger Gemeindegebiet und wurden von Hans Gröbmayr aus Glonn mit seinem Kollegen vom Aktionskreis Energiewende Glonn 2020 e.V. zu einigen Stationen des Energielehrpfades Glonn geführt.
Gemeinsam besichtigten wir die Abzweigung des Kanals des Kupferbaches, der nach dem 2. Weltkrieg von Glonner Bürgern eigenhändig gegraben wurde und der bis heute die kleine Glonner Wasserkraftanlage „Waldstraße“ mit seiner Francis-Turbine (Spiralturbine) antreibt.

Hier zeigt sich, wie aus einer Hochwasserschutzmaßnahme für den Kupferbach zusätzlich eine saubere Energieerzeugungsanlage für Wasserstrom für ca. 50 Haushalte entstanden ist.
Die nächste Station war das Sägewerk Wiesmühle, dessen Besitzer uns erneut auf die Bedeutung des kleinen Kanals hinwies, der in seiner Sägemühle (ehemalige Getreidemühle) ebenfalls eine Francis-Turbine antreibt und damit den Strombedarf seines Betriebes und zusätzlich für 10 weitere Haushalte deckt.
Gleich gegenüber auf der anderen Seite der Wiesmühle zeigte uns dessen Besitzer seine Hackschnitzelanlage. Die Hackschnitzel werden aus Waldresthölzern und/oder aus Sägenebenprodukten hergestellt. Das dort gewonnene Produkt wird für private und betriebliche Heizeinrichtungen, sowie für die Nahwärmenetzte in Glonn vermarktet.

 

 

Die Besichtigung war geprägt von fundierten und anschaulichen Erläuterungen von Seiten der beiden Glonner Kollegen, die sich intensiv mit den Fragen des Umwelt-und Klimaschutzes auseinandersetzen und sich dadurch ein umfangreiches Spezialwissen angeeignet haben.
Auf viele Fragen aus unserem Kreis gab es kompetente Antworten…. Für Kenner*innen der Technik ein wahrer Fundus!
Die weniger technikaffinen Teilnehmenden drängten jedoch nach geraumer Zeit auf die Rückkehr, denn am Ende der Tour wartete ja schließlich das Gasthaus Oswald in Kleinhelfendorf auf uns!

Also bedankten wir uns freundlich bei den beiden Kollegen des Aktionskreis Energiewende Glonn 2020 e.V. und sattelten wieder unsere „Hühner“…
Bis wir in Kleinhelfendorf ankamen mussten wir allerdings den Berg über Spielberg und Kaps bezwingen – etwas zum Leidwesen derjenigen, die weder eine 21-Gang-Schaltung oder gar einen E-Antrieb in ihren Drahteseln hatten..…

Aber wer sagts, auch sie haben es bravourös geschafft, womit wir ihnen hiermit ein fettes Kompliment überbringen!

Die Belohnung bei einem kernigen Essen mit Nachtisch in Form eines Zwetschgendatschis war uns allen gewiss!
Gemütlich konnten wir noch ausgiebig im sonnigen Biergarten beim Oswald sitzen und uns über die Erfahrungen dieser 9. Grünen Radltour austauschen.

Aying, 30. September 2021 Ragnhild Eßwein-Koppen

 

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