Alle Jahre wieder

Rund 30 Millionen Weihnachtsbäume kaufen die Deutschen jedes Jahr, mehrere Tausend davon in Aying und Umgebung. Einige Bäume kommen von sehr weit her und sind oft mit Pestiziden behandelt, andere wachsen ganz natürlich quasi vor der Haustür. Wie nachhaltig sind die Tannen, Fichten und Co? – Unser Einkaufshelfer stellt die Alternativen vor.

Der Import-Weihnachtsbaum

Der Import-Baum wird oft vor Baumärkten und Supermärkten angeboten. Er kostet weniger, kommt aus Nord- und Osteuropa und hat meist mehrere Tausend Kilometer Weg hinter sich. Seine CO2-Last ist erdrückend. Der Baum stammt aus Monokulturen und ist mit Pestiziden behandelt, die auch nützliche Insekten und Waldbewohner töten sowie Böden und Gewässer belasten. Im warmen heimischen Wohnzimmer dünsten die Pestizide aus. Weder lokal, noch Bio.

Der deutsche Plantagenbaum

Dieser Baum zumeist aus Norddeutschland, hat ebenfalls weite Wege hinter sich und wird auch meist vor Bau- oder Supermärkten verkauft. Rauchenberg und Blindham sind lokale Plantagen, die Abholung dort verursacht nur kurze Transportwege. Auch diese Bäume wachsen in riesigen Monokulturen. Zumindest können die Hölzer selbst geschnitten werden, raus in die Plantage geht’s mit Glühwein und Kutsche. Wer solche Massen-Events mit Stau, Parkplatzsuchen und Anstehen mag, der sei zumindest beruhigt: Auf der Rauchenberg-Plantage werden ausschließlich Pflanzenschutzmittel eingesetzt, die für den Anbau von Obst und Gemüse zugelassen sind –nur befallene Bäumen werden einzeln besprüht. Lokal, nicht Bio.

Der Weihnachtsbaum mit Bio-Siegel

Demeter, Naturland, Bioland und Biokreis sind Siegel für Weihnachtsbäume aus geprüft ökologischem Anbau. Die Bäume werden auf kleinen Flächen in heimischen Mischkulturen gezogen – ohne Chemie und teilweise mit Schafen als Feldpflege. Die zertifizierten Betriebe sind klein. In unserer Umgebung gibt es Weihnachtsbäume mit Bio-Siegel bei Familie Schreiner aus Oberframmern und in der Ökokiste Isarland. Auch einige Baumärkte haben Bio-Bäume im Angebot, die aber nicht immer aus der Umgebung stammen. Aus lokaler Produktion sind die Bio-Siegel-Bäume ein guter Beitrag zum Umweltschutz.

Der natürliche Baum vom lokalen Züchter

Kleine, lokale Züchter haben nur wenige Flächen, die heimischen Bäume werden nicht gespritzt und wachsen ganz natürlich. Es gibt keine schädlichen Einflüsse auf Tiere oder die Umwelt. Die Familienbetriebe, wie z.B. die Gartmeiers oder Hafners aus Großhelfendorf, laden auch zum Selberschlagen ein. Hier kann jeder daraus sein eigenes Erlebnis machen, ohne Stau und Parkplatzsuche. Der Baum aus dem Dorf ist frisch und der Weg nach Hause kurz. Lokal und Bio aus kleinen Betrieben – wunderbar.

Der Waldbauern-Baum

In Aying und Umgebung gibt es noch viele Waldbauern, also Menschen, die ein kleines oder großes Stück Wald besitzen. Einfach mal die Nachbarn im Dorf fragen. Denn dort könnte es Weihnachtsbäume im Rahmen der regulären Waldpflege geben. Im Wald werden dazu kleinere Bäume ausgedünnt, um stärkere Bäume besser wachsen zu lassen und die Abstände zu wahren. Diese Bäume werden nicht extra gezüchtet, sie sind nicht gespritzt und würden auf jeden Fall aus dem Wald entfernt werden – als Weihnachtsbaum dienen sie so noch einem guten Zweck. Die Waldbauern-Bäume sind von Natur aus lokal und Bio. Gefällt uns!

Der eigene Baum oder DIY

Wer neben „Lokal & Bio“ noch Müll vermeiden möchte, dem sei ein eigener Baum ans Herz gelegt. Ein Baum aus dem Topf kann nach Weihnachten in der Natur oder im eigenen Garten ausgepflanzt werden – und lädt jedes Jahr wieder zum Schmücken ein. (Wenn Sie daraus nicht Ihr eigenes Disneyland machen, bleibt auch der Stromverbrauch gering.) Und dann gibt es noch DYI-Bäume, die aus Holz, Ästen und Zweigen selbst gebaut werden. Gibt es auch fertig zum Kaufen, aber dann fällt durch Lieferung und unklare Herkunft der Nachhaltigkeits-Bonus leider weg. Im Internet gibt es viele tolle Ideen zum Basteln! Schmuddeliges November- oder Adventswetter sind ideale Voraussetzungen, um sich mit Plätzchen und Punsch einen eigenen Weihnachtsbaum zu bauen.

Und dann ist das Fest vorbei – und wohin jetzt nochmal mit dem nadellassenden Baum?

Weihnachtsbäume gelten bei uns im Landkreis als Sperrgut. Sie können zum wöchentlichen Wertstoffmobil gebracht oder mit der monatlichen Sperrgutsammlung vor die Tür gestellt werden.

11. Dezember 2018, Ute Häussler

 

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